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Interview mit Lea Steinweg, Saarländischer Rundfunk

In der zweiten Klasse der Grundschule fiel der Musiklehrerin auf, dass vier Jungs in ihrer Klasse recht ordentlich sangen und empfahl den Eltern, sie bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben vorzustellen. Da dieser Chor kein Internat führt, in dem die Knaben leben, und der Weg zum Probenort in Stuttgart per Auto in einer halben Stunde zu erreichen war, stellten die Eltern ihre Söhne im Oktober 1984 vor. Nach sieben Jahren war ich dann der Letzte dieses ursprünglichen Quartetts, der übrig blieb, aber am Anfang war die Fahrgemeinschaft sehr wichtig, um die Belastung für die Eltern in einem erträglichen Umfang zu belassen. Bis 1987 war Prof. Gerhard Wilhelm der Chorleiter. Er hatte den Chor nach dem Krieg wieder zum Blühen gebracht, hielt aber bis zum Ende an den „bewährten“ Methoden fest, was nicht jedem Beteiligten immer leicht fiel... Zum Abschluss seines Wirkens durfte ich mit ihm meinen ersten Fernsehgottesdienst (ZDF) in der Stuttgarter Markuskirche und mein erstes Konzert mit Übernachtung im Privatquartier in St. Blasien im Schwarzwald bestreiten.

Sein Nachfolger Eckhard Weyand hatte unter dem großen Schatten des Prof. Wilhelm und den Erwartungen an ihn zu leiden und blieb fünf Jahre im Amt. Unter seiner Dirigentschaft fasste ich im Konzertchor Fuß und durfte an Konzertreisen nach Westfalen, Polen, in die Schweiz, nach Lettland, Norddeutschland und Südfrankreich teilnehmen. Im Rahmen des Musikfestes der Bachakademie Stuttgart durfte ich im Choralchor bei einer Aufführung der „Matthäuspassion“ von J. S. Bach unter der Leitung von John E. Gardiner mitsingen. In diesen Zeitraum fällt auch mein Stimmbruch, den ich, bereits unter der Aufsicht meiner langjährigen Stimmbildnerin Charlotte Hoffmann, fachkundig betreut bewältigte. Im April 1990 wechselte ich vom zweiten Sopran direkt in den zweiten Bass des Hymnus.

Als Männerstimme erlebte ich dann den zweiten Wechsel in der Chorleitung. Neuer Hymnuskantor wurde Hanns-Friedrich Kunz. Bei der CD-Produktion „Hört der Engel helle Lieder“ zur Einführung des neuen Ev. Gesangbuchs für Württemberg durfte ich eine Solo-Strophe im Titellied singen. Bis 1998 blieb ich aktiv im Hymnus, nahm noch während meiner aktiven Zeit die Wahl in den Verwaltungsrat des Hymnus-Förderkreises an und bin, nicht nur dadurch, dem Hymnus nach wie vor verbunden.

1995 legte ich am Immanuel-Kant-Gymnasium Leinfelden mein Abitur mit den Leistungsfächern Englisch und Musik ab. Schon ab der fünften Klasse habe ich selbstverständlich im Schulchor von Rafael Krol gesungen. Im Laufe der Jahre auch mehrfach solistisch, sowohl als Sopran als auch als Bass, beispielsweise die Messen in C von Mozart und Eberlin. Erste Bühnenerfahrungen sammelte ich im Rahmen der Schulaufführungen des „Dschungelbuchs“ als einer der vier Geier. Das Thema im schriftlichen Abitur war J. S. Bachs h-moll-Messe, die ich noch in jenem Jahr erstmals im Kantatenchor Tübingen singen durfte, bevor ich sie dann häufig mit Helmuth Rilling in der Gächinger Kantorei und 2002 in Sindelfingen mit musica poetica Freiburg auch erstmals solistisch musizieren durfte.

Ebenfalls 1995 trat ich in das Vokalquartett „Die Capri-Fistler“ ein. Wir waren vier Hymnusianer, die Evergreens der „Comedian Harmonists“ , der „Prinzen“ und Ähnliches auf privaten Feiern oder auch in einer „Besenwirtschaft“ mit Kleinkunstbühne zum Besten gaben. Mit der Zeit wurden wir immer bekannter und bestritten bis zu vierzig Auftritte im Jahr. Dieser Erfolg ermutigte uns zwei CDs aufzunehmen. Eine kleine CD mit selbstkomponierten Stücken wie unserem Hit „Dusch-Blues“ und eine CD mit Liedern der „Comedian Harmonists“ und „Barbershop-Songs“. Erst 2001 beendeten wir unser gemeinsames Singen aufgrund beruflicher Veränderungen und damit einhergehenden zeitlichen Engpässen.

Nach einem Jahr Zivildienst begann ich im Herbst 1996 an der Universität Hohenheim das Studium der Wirtschaftswissenschaften. Dieses brach ich nach sieben Semestern zugunsten der Musik ab, weil mein Herz mehr am Singen als an der berechtigten Aussicht auf finanzielle Sicherheit hing. Zumindest ausprobieren wollte ich, ob ich nicht doch auch mit der Musik mein Auskommen haben könnte. Auf dem Weg zu dieser Entscheidung bestärkten mich Erfolge bei „Jugend musiziert“, wie der 1. Preis im Duett mit dem Tenor Michael Berner 1998 und der 2. Preis 1999 als Solist beim Bundeswettbewerb in Köln. Mein erstes Honorar hatte ich als „Oratoriensänger“ am 14.April 1995 in Althengstett verdient, als ich in Friedrich Funckes (1642-1699) „Matthäus-Passion“ den Jesus gab.

1997 sang ich erstmals in Helmuth Rillings Gächinger Kantorei und im Kammerchor Stuttgart unter Frieder Bernius. In diesen Projektchören habe ich mal häufiger, mal seltener, aber doch über Jahre regelmäßig mitgesungen und durfte hierbei fast alle wichtigen oratorischen und sinfonischen Werke beim Singen kennenlernen. Mit der Gächinger Kantorei konnte ich unter der Leitung von Sir Roger Norrington Beethovens 9. Sinfonie gemeinsam mit dem Radiosinfonieorchester Stuttgart aufführen. Höhepunkte waren beispielsweise die Aufführungen von Mendelssohns „Lobgesang“ mit den Wiener Philharmonikern im Wiener Musikvereinssaal, Haydns „Jahreszeiten“ mit dem Israel Philharmonic Orchstra in Tel Aviv, aber auch a-cappella-Konzerte mit dem Kammerchor Stuttgart im Konzerthaus Wien oder in Taipeh (Taiwan). Mit diesen Chören durfte ich nicht nur in den schönen Wiener Sälen, sondern auch im Leipziger Gewandhaus, der Kölner Philharmonie, der Alten Oper in Frankfurt/M., dem Salzburger Festspielhaus, im Theatre des Champs-Elysees Paris, im Palau de la Musica Barcelona, im Auditorio Nacional Madrid, im Franz-Liszt-Saal Budapest, der Barbican Hall London, dem Fredric-Mann-Auditorium Tel Aviv oder dem Brüsseler Palais des Beaux-Arts musizieren. Mitunter ergab sich in diesen Chören die Gelgenheit unter Dirigenten wie John E. Gardiner,oder Zubin Mehta zu musizieren. Diese schönen Erlebnisse bleiben unvergesslich! Bei der Mitwirkung in diesen Ensembles entstanden zahlreiche CD-Aufnahmen, Rundfunkmitschnitte und Fernsehaufzeichnungen in ganz Europa, Asien und Nordamerika.

Nachdem weitere kleine Engagements im kirchenmusikalischen Bereich folgten, wie etwa die Bachkantate BWV 93 „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ 1998 in Marbach/N. oder sich gar erste Auslandsauftritte als Solist am 27./28.02.1999 in Wildhaus (Schweiz) und Klaus (Österreich) mit dem collegium musicum Lindau und Heinrich Schütz` Lukaspassion einstellten, wurde der Mut größer, sich dem Urteil von Gesangsprofessoren zu unterziehen. Während der Vorbereitungen auf die Aufnahmeprüfung und einigen persönlichen Vorsingen bei Professoren, sang ich Reinhard Keisers „Markus-Passion“, im November 1999 erstmals den Weihnachtsteil aus Händels „Messias“, im Februar 2000 bereits den „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und im März 2000 in Konstanz die Bach-Solokantaten für Bass BWV 56 und 82.

Im April 2000 begann ich das Gesangstudium an der Staatl. Musikhochschule in Mannheim in der Klasse von Prof. Rudolf Piernay. Während des Studienganges zum Diplom-Musiklehrer nahm ich Unterricht in den Liedklassen von Ulrich Eisenlohr und Dorothee-Heike Allardt, in der Oratorienklasse von Egino Klepper und als Gast in der Opernschule bei Jutta Gleue und Werner Pintgen. Dort hatte ich die Möglichkeit, die Rolle des „Papageno“ in einer Gesamtaufführung der „Zauberflöte“ zu singen und zu spielen. Nach erfolgreichem Abschluss des Diplomstudienganges wechselte ich im Jahr 2004 in die Opernschule der Musikhochschule Mannheim, wo umgehend Aufführungen der "Vier Grobiane" von Ermanno Wolf-Ferrari in Neustadt/W., Heidelberg und Baden-Baden anstanden.

Im Sommer 2004 konnte ich beim "PodiumJungerGesangsSolisten" des VDKC in Wiesbaden den 2. Preis erreichen. Im Frühjahr 2006 wurde mir der "Sonderpreis Alte Musik" des Saarländischen Rundfunks in Saarbrücken verliehen.

Im Jahr 2005 ergaben sich die Debuts mit oratorischen Werken wie Benjamin Brittens "War Requiem" und Ludwig van Beethovens 9. Symphonie, sowie erstmalige Auftritte in den großen Sälen der Philharmonie und des Konzerthauses Berlin. Außerdem war ich im Sommer 2005 im Renaissance-Rathaushof in Konstanz als Figaro in Giovanni Paisiellos "Barbier von Sevilla" zu hören.

In der zweiten Jahreshälfte 2006 erschienen bei Carus mit Michael Haydns Requiem und dem Oratorio de Noel von Camille Saint-Saens zwei CD-Aufnahmen. Haydns Requiem als Weltersteinspielung mit dem KammerChor Saarbrücken unter der Leitung von Georg Grün wurde in Cannes mit dem MIDEM Classical Award 2007 ausgezeichnet. Das Oratorio de Noel musizieren unter der Leitung von Holger Speck das Vocalensemble Rastatt und Les Favorites. Im Sommer 2006 war ich als Herzog auf Schloss Hallwyl in der Schweiz mit einer Opernproduktion von Georges Bizets "La jolie fille de Perth" mit dem Aargauer Symphonie Orchester unter Douglas Bostock und Regisseur Peter Schweiger engagiert.

Im Frühjahr 2007 konnte ich das Studium an der Opernschule in Mannheim mit Erfolg als Vater in Humperdincks "Hänsel und Gretel" und ebenfalls als Vater in Massenets "Cendrillon" abschließen. Danach erfolgte der Umzug nach Bochum, wo ich auch sängerisch in Konzerten mit dem Philharmonischen Chor Bonn, der Stadtkantorei Bochum, dem Bachchor Dortmund und dem Oratorienchor Essen schnell Fuß fassen konnte.

Es entstanden in Zusammenarbeit mit 'Musicpartner' eine Reihe von Übe-CDs für Chorsänger bei der Edition Peters unter dem Titel 'Chorsingen leicht gemacht', die sich wachsender Beliebtheit erfreuen.

2007 erschienen Aufnahmen von Ludwig van Beethovens "Irish Songs" bei "Brilliant".

Im Jahr 2008 stand im Februar ein Liedprogramm mit der Pianistin Bo-Kyung Kim im Mittelpunkt, ehe in der Passionszeit eine Italientournee unter Helmuth Rilling mit Bachs Johannespassion, die Matthäus-Passion unter Christian Kabitz ebenso wie mit den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben im Blickpunkt standen. Dazu kam es zur erstmaligen Zusammenarbeit mit dem Bachchor Mainz, dem Collegium Iuvenum Stuttgart und dem Konzerthausorchester Berlin. Im Rahmen des Deutschen Katholikentags im Mai fand eine Aufführung von César Francks "Les Béatitudes" in Osnabrück statt. Seit Juni ist eine CD-Aufnahme von Händels "Psalms and Anthems" mit dem Solistenensemble Gli Scarlattisti unter der Leitung von Jochen M. Arnold im Handel erhältlich, die vom BR 4 Klassik-CD-Tipp empfohlen wird, als "eine interessante Alternative zum gewohnt groß besetzten Oratorien-Händel und so manche delikate Stelle bereithält."

Der gemeinsame Besuch zweier Meisterkurse mit der Pianistin Bo-Kyung Kim und die Arbeit mit Irwin Gage und Wolfram Rieger brachte wichtige neue Impulse und Anregungen. Im Rahmen der Simon-Mayr-Tage fand in Ingolstadt eine CD-Einspielung des wiederentdeckten Passionsoratoriums "Il santo sepolcro" statt. Zudem begann die Lehrtätigkeit an der Chorakademie in Dortmund.

Im Juli 2008 gelang beim renommierten XVI. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig mit dem 3. Preis ein herausragender und richtungsweisender Wettbewerbserfolg. Als höchstbewertete Männerstimme darf ich nun den Titel "Bachpreisträger" tragen. Das Preisträgerkonzert fand in der geschichtsträchtigen Leipziger Thomaskirche statt, wo der Eingangssatz der Solokantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" unter Mitwirkung des Leipziger Barockorchesters aufgeführt wurde. Der Jury standen Robert Levin und Harry van der Kamp vor, weitere Mitglieder waren u.a. Peter Kooij, Elisabeth von Magnus, Christoph Prégardien, Barbara Schlick und James Taylor. Ein Pressebericht zur Arbeit der Jury: Prof. Robert Levin, seit 2000 Präsident des Bach-Wettbewerbs, fasste während der Preisverleihung im Festsaal des Alten Rathauses zusammen, was diese zehn Tage geprägt hat: „Alle Kandidaten haben sich der größten Herausforderung gestellt, der man sich als Musiker stellen kann: der Musik Johann Sebastian Bachs. Mit ihren spannenden Vorträgen haben Sie uns in unserem Urteil herausgefordert, sie haben uns begeistert und inspiriert.“ Der Musikwelt rät Levin: „Behalten Sie diese Namen in Ihrem Gedächtnis, Sie werden in den nächsten Jahren noch viel von ihnen hören.“

Im Herbst 2008 ist eine weitere CD-Veröffentlichung beim Carus-Verlag auf dem Markt erschienen: Weihnachtskantaten M.-A.Charpentiers mit dem solistenensemble stimmkunst und dem Ensemble 94 unter der Leitung von Kay Johannsen. Ende November erklang Haydns "Harmoniemesse" im Petersdom unter der Leitung Helmuth Rillings, ehe am Silvesterabend in Hildesheim mit Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie das Jahr 2008 einen fulminanten Ausklang erfuhr.

Das Jahr 2009 fand einen Höhepunkt auf einer Tournee durch Frankreich, Deutschland und Polen mit Brittens "War Requiem" mit dem Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz. Eher kammermusikalische Konzerte mit unterschiedlichen barocken Solokantaten erklangen in Saarbrücken, Wirges und Stuttgart, die ersten Liederabende des Jahres fanden im Januar in Bochum und Mannheim statt.

Weitere CD-Aufnahmen und Rundfunkmitschnitte sind entstanden: Bei Naxos wird eine Einspielung des wiederentdeckten Passionsoratoriums "Il santo sepolcro" von Simon Mayr erscheinen. Die Kompletteinspielung der Motetten J.S.Bachs von "Gli Scarlattisti" erschien im November bei der edition chrismon, der Mitschnitt eines Konzertes im Rahmen der Fredener Musiktage durch das Deutschlandradio Kultur wurde im August gesendet. Im Herbst wurde eine Sammlung geistlicher Werke für Männerchor bei Genuin mit der Camerata Musica Limburg und dem Medienpartner Deutschlandradio Kultur veröffentlicht, ebenso bei Hänssler Klaus Heizmanns Oratorium "David".

Im zweiten Halbjahr 2009 erklangen neben Mendelssohns "Elias" in Lippstadt, Haydns "Schöpfung" in Ludwigshafen und Händels "Messiah" in Freiburg und Bielefeld. Außerdem wurden in Würzburg Hector Berlioz' "L'enfance du Christ" und in Berlin Grauns "Weihnachtsoratorium" unter Mitwirkung von Jens Hamann aufgeführt.

In der Passionszeit 2010 war Jens Hamann in den Passionen Johann Sebastian Bachs an herausragenden deutschen Aufführungsorten zu hören: Philharmonie Berlin, Michaeliskirche Hamburg, zudem in den Niederlanden mit dem Noord Nederlands Orkest u.a. in Groningen. Außerdem fand eine Konzertreise nach Boston/USA mit einem Kantatenprogramm und dem Knabenchor der Chorakademie Dortmund statt. An Pfingsten ging es mit der Stuttgarter Kantorei unter dem Dirigat von Kay Johannsen nach China, wo in Shanghai und Peking Carl Orffs "Carmina burana" zur Aufführung kamen. Im Herbst fanden Aufnahmen von Kantaten G.Ph.Telemanns mit dem Siegener Bachchor, der Hannoverschen Hofkapelle und Ulrich Stötzel für Hänssler CLASSIC und den WDR, sowie mit La Petite Bande eine Aufnahme der Trauermusik von Dietrich Buxtehude (BuxWV 76) für ACCENT statt.

Im Herbst war Jens Hamann mit La Petite Bande und Sigiswald Kuijken u.a. in Saragossa und Paris mit den "Musikalischen Exequien" von Heinrich Schütz zu hören. In der Passionszeit 2011 fand eine ausgedehnte Tournee mit La Petite Bande und der Johannes-Passion J.S.Bachs statt. Stationen waren u.a. das Amsterdamer Concertgebouw, Brüssel, Udine und der Parco della Musica in Rom. Hierbei entstand eine CD-Aufnahme für Challenge Classics, die im kommenden Jahr erscheinen wird.

Im Festivalsommer 2011 führte Jens Hamann unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann die "Missa da Requiem" Johann Christian Bachs beim Rheingau Musik Festival, dem Bremer Musikfest und beim "Festival de musique de La Chaise-Dieu" mit dem RIAS Kammerchor und der Akademie für Alte Musik Berlin auf. Außerdem fanden Aufführungen von Bach-Kantaten bei "Bach en Combrailles" mit Patrick Ayrton, sowie des Messiah in Epinal mit dem Immortal Bach Ensemble und Le Concert Lorrain unter der Leitung von Morten Schuldt-Jensen statt.

2012 gab es wieder Auftritte bei großen Festivals wie dem Rheingau Musikfestival, dem Festival Oude Muziek Utrecht oder dem Festival "Europäische Kirchenmusik" in Schwäbisch Gmünd. Außerdem war Jens Hamann an Aufführungen von selten zu hörenden großen Werken des 20. Jahrhunderts beteiligt: Franz Schmidts "Buch mit sieben Siegeln", Frank Martins "Golgotha" und Benjamin Brittens "War Requiem". Zudem gab es eine freie Mitarbeit beim SWR Vokalensemble. In Russland sang Jens Hamann das deutsche Requiem von Johannes Brahms in der Philharmonie Samara. Auftritte in der Berliner Philharmonie, der Essener Philharmonie, dem Konzerthaus Dortmund, dem Kulturcasino Bern und der Philharmonie Köln rundeten nach zahlreichen CD-Veröffentlichungen das Jahr ab.

Jens Hamann war 2013 neben der Mitwirkung beim Projekt Bach : vokal in der Stuttgarter Stiftskirche unter anderem mit dem "Te Deum" Antonin Dvoraks und der "Messa da Requiem" im Jubiliäumsjahr Giuseppe Verdis, sowie in Bonn und St. Gallen mit dem "deutschen Requiem" zu hören.

Im Jahr 2014 gastierte der Bassbariton in der Kölner Philharmonie, der Konzerthalle Bamberg, dem Bremer Dom, der Philharmonie Essen und trat in der Schweiz, Belgien, Frankreich und den Niederlanden sowie zur Feier des 25. Jahrestages des Mauerfalls in der neueröffneten Philharmonie Stettin mit Brittens War Requiem auf. Das Repertoire dieser Konzerte erstreckte sich von Telemanns "Der Tag des Gerichts" oder C.P.E. Bachs "Matthäus-Passion" über Puccinis "Messa di Gloria", das "Stabat mater" von Dvorak oder Vaughan Williams "Sancta Civitas" bis zu einer Uraufführung von Martin Wistinghausens "Gethsemane-Reflexionen". Beim Label cpo erschien die Einspielung von Herzogenbergs "Todtenfeier". Außerdem wurden CD-Aufnahmen der "Musikalischen Exequien" mit La Petite Bande und von Simon Mayrs "Stabat mater" realisiert.

2015 standen Konzerte in der Kölner Philharmonie, der Hamburger Laeiszhalle, der Philharmonie Szczecin, der Essener Philharmonie und dem Königlichen Musikkonservatorium in Kopenhagen auf der Agenda. Die Zusammenarbeit mit Klangkörpern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, L'arpa festante, dem Neumeyer Consort und Stiftsbarock Stuttgart bei Festivals wie den Haller Bach-Tagen oder dem Mozartfest Würzburg und mit Dirigenten wie Frieder Bernius oder Morten Schuldt-Jensen führte zu nachhaltigen musikalischen Erlebnissen.

Mit La Petite Bande brachte eine Tournee mit der Matthäus-Passion bei Aufführungen in Tokio und im Concertgebouw Amsterdam in der Passionszeit 2016 schöne Erlebnisse. Die erstmaligen Aufführungen von Werken, die im Konzertleben seltener zu hören sind, wie "Moses" von Max Bruch, "Luther" von Ludwig Meinardus oder Edward Elgars "Kingdom" sowie Konzerte in Baden-Baden, Ludwigshafen, Starnberg oder Ludwigsburg in der Rolle des "Elias" versprachen für das Jahr 2016 hörenswerte Impulse. Das Ambiente der Berliner Philharmonie, des Konzerthauses Dortmund oder des neueröffneten Musikforums Ruhr in Bochum steigerten den Genuss der Ausführenden und des Publikums gleichermaßen.

Im "Lutherjahr" 2017 erschienen CDs mit Gli Scarlattisti bei Carus und mit dem Rosenmüller-Ensemble bei cpo. In Uraufführungen mit Kompositionen von Johannes Michel und Martin Wistinghausen wurde das Thema 'Luther' erneut aufgegriffen. Interessante Werke wie Karol Szymanowskis 'Stabat mater' und ein Liedprogramm im Bremer Dom bereicherten dieses Jahr wie Auftritte zur Weihnachtszeit in allen drei Konzerthäusern des Ruhrgebiets in Dortmund, Bochum und Essen. Die Arbeit mit dem Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund trägt angesichts einer CD-Produktion mit Hänssler Classic, einer Zusammenarbeit mit der Akademie für Alte Musik Berlin, erneuten großen Erfolgen bei 'Jugend musiziert' und einer foranschreitenden Professionalisierung Früchte.